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Spaziergang durch das Dorf Chorin
Vom Bahnhof zur Alten Klosterschänke und zurück
1. Vom Bahnhof zur Kirche
„Der Name Chorin scheint slawischen Ursprungs zu sein. In der Stiftungsurkunde des Klosters Mariensee von 1258 finden sich folgende Begriffe: villa Chorin= Dorf Chorin, campus Chorin= Choriner Acker, paludus Chorin= Choriner Sumpf, stagnis Corin majus et minus= Großer und Kleiner Chorinsee“
(Manfred Krause, 2007)
BahnhofshalleUnser Weg durch das Dorf Chorin, führt zu interessanten Gebäuden und gleichzeitig durch die Geschichte des Ortes. Er beginnt auf dem Bahnsteig der Haltestelle Chorin- Kloster. Am 1. September 1902 hielt das erste Mal ein Zug der Bahnstrecke Berlin – Stettin bei dieser Haltestelle. Dadurch konnten die Choriner zur Arbeit nach Eberswalde pendeln und die Berliner konnten zum Ausflug nach Chorin kommen.
Das heutige Bahnhofsgebäude wurde 1920 errichtet. Nach der Wende wurde es durch die Familie Branding erworben und liebevoll restauriert. Die einstige offene Wartehalle wurde zum heutigen Saal umgebaut. Hier können Familienfeiern stattfinden aber auch die Vereine nutzen den Saal für Vortrags- und Filmabende.
Gegenüber befindet sich das Haus „Kroneneiche“, welches 1906 erbaut wurde als Gaststätte für den Bahnhof. Benannt ist diese Haus nach der gleichnamigen Eiche im Choriner Wald. Blicken sie über die Bahnlinie zum Wald, dorthin kann man wandern und die Kroneneiche bewundern.
Diese Traubeneiche wurde etwa 1560 gepflanzt. Leider ist der ursprüngliche Baum abgestorben aber ein Sämling darunter wächst bereits wieder empor.
Innenraum der Choriner DorfkircheEs geht weiter entlang der Bahnhofstraße zur Dorfkirche. Der Ort Chorin wird in der Stiftungsurkunde für das Kloster Mariensee, am Parsteinsee gelegen und der Vorgängerbau des Klosters, genannt. Im Jahr 1258 wird diese Urkunde verfasst, sie beinhaltet die schriftliche Ersterwähnung der Dörfer.
Der Name Chorin (wohl von faulem Sumpf) ist eine slawische Bezeichnung. Es existieren zum Zeitpunkt der Nennung sicher noch die slawischen Siedlungen. Diese wurden aufgehoben, die slawische Bevölkerung in die deutsche Neusiedlung integriert. Planmäßig wurden die deutschen Dörfer angelegt. Visitatoren suchten günstige Lagen aus. In der Mitte eines Angerdorfes steht die Kirche, umgeben vom Gehöft des Pfarrers, Viehweide und Teiche zum Tränken der Tiere. Gegenüber der Kirche befand sich das Dorfschulzengehöft. Und dann reihen sich die Gehöfte beidseitig des Angers an.
Noch heute erkennt man teilweise diese Wirtschaften bestehend aus einem Wohnhaus, einem Stallgebäude, einer Scheune, Gartenfläche, Obstgarten, Acker- und Wiesenflächen. In Chorin ist der Anger inzwischen bebaut, dies ist die sogenannte Mittelreihe. Die mittelalterlichen Gebäude waren Fachwerkbauten. Nach einem Brand im 19. Jahrhundert, wurden die neuen Häuser aus Ziegelstein errichtet. Eine Besonderheit in Chorin sind Häuser aus dieser Zeit, deren Eingangstreppen nach innen gerichtet sind.
